Aschermittwochsgespräch der SPD Ibbenbüren 2016

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, OV-Vorsitzende M-L Balter-Leistner u. Fraktionsvorsitzender H. Hafer

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, OV-Vorsitzende M-L Balter-Leistner u. Fraktionsvorsitzender H. Hafer

Ganz in der Tradition der Vorjahre fand das Aschermittwochsgepräch der Ibbenbürener SPD im Freizeithof Bögel-Windmeyer statt. Gut 170 Vertreter von Vereinen und Institutionen sowie weitere Freunde der SPD waren der Einladung gefolgt, um nach einem kurzen Blick auf die Kommunal-, Landes- und Bundespolitik vor allem den netten Austausch zu suchen.

FOTOS: 2016_SPD-Aschermittwoch

Am Rednerpult begrüßte Marie- Luise Balter-Leistner als Ortsvereinsvorsitzende die Gäste. Bei ihrem Blick auf das Erreichte des letzten Jahres ließ sie natürlich den gewonnenen Bürgermeisterwahlkampf nicht unerwähnt. Ein Erfolg auch für die Ibbenbürener SPD! Auch ihr Blick auf die Kreis- und Bundes-SPD fiel durchaus positiv aus. Die Rente mit 63 würde besonders im Münsterland von vielen (vorwiegend) Männern genutzt und das von der Kreis-SPD eingeführte Sozialticket sei hilfreich für alle Bedürftigen, auch für die vielen Flüchtlinge. Es war übrigens nicht überraschend, dass das Thema Flüchtlinge zum vorrangigen Thema aller Redner wurde. Marie-Luise Balter-Leistner zeigte sich trotz der vielen Herausforderungen optimistisch, dass Ibbenbüren dieses Thema meistern wird. Nicht fehlen durften bei ihrer Rede einige Worte zum traurigsten Tag des letzten Jahres, den 30.11.15, an dem Heinz Steingröver völlig überraschend verstarb. „Heute wäre er sicherlich bei uns gewesen. Er fehlt uns.“, so ihre tröstenden Worte auch an die anwesende Witwe Maitrayee Steingröver.

Ein wenig „jeck“ bzw. „keck“ startete der neue Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer seine Rede. „Nein, er würde nicht von seinem Urlaub erzählen.“, so sein Seitenhieb auf die versuchte Kritik aus anderen politischen Reihen, die mit allen Mitteln versuchten, seinen Start im Rathaus schlecht zu reden. Im Gegensatz dazu sein Rückblick auf seine ersten 100 Tage: Alle hätten ihn herzlich aufgenommen, auch wenn man bei den Standards und Abläufen manchmal durchaus andere Meinungen vertrete. Gemeinsam mit seinem Team mache er sich daran, die vor ihm stehende Arbeit bestmöglich zu bewältigen. Zum Schmunzeln brachte sein mitgebrachtes „Relikt“ aus dem älteren IT-Zeitalter, eine kleine Aufnahmekassette für sein neues Diktiergerät, das ihm als „modernes Arbeitsgerät“ zur Verfügung gestellt wurde. Nun denn, der Weg hin zum E-Government und ins digitale Zeitalter dauert bei einer Verwaltung augenscheinlich ein wenig länger. Aber man sei auf bestem Wege..

Zum Thema Flüchtlinge forderte er eine gerechtere Verteilung in den Kommunen. Um den zukünftigen zugewiesenen Flüchtlingen ausreichend Wohnraum bieten zu können, brauche man weiteren sozialen Wohnungsbau, der momentan zu wenig verfügbar sei. An diesem Thema sei man dran. Auch beim Thema Stadtfinanzen konnte der Bürgermeister verkünden, dass der Politikdialog nun begonnen habe. Die beauftragten Wirtschaftsprüfer Rödl & Partner hätten 62 Sparvorschläge gemacht, die nun in den politischen Gremien diskutiert werden müssten.

Beim Thema Bäder unterstrich Schrameyer, dass intelligente Lösungen gesucht würden. Beim Bahnhof sei die Barrierefreiheit in Planung und bei den Stadtwerken nutzte er gekonnt eine kleine Werbepause. So wies er auf den Infostand der Stadtwerke am Eingang hin. „Billig oder günstig“, das sei die Frage, die die Ibbenbürener sich stellen müssten. Billig kann jeder, manche Anbieter zugegebener Weise besser, doch ob ein Wechsel zu den Stadtwerken als Stromanbieter günstig für einen sei, das sei die essentielle Frage. Im Gegensatz zur RWE als Konkurrent vor Ort, verblieben die erwirtschafteten Gewinne der Stadtwerke in der Region. Davon profitiere jeder einzelne Bürger von Ibbenbüren.

MiL NRW Sundermann, Bgm Dr. Marc Schrameyer. OV-Vorsitzende M-L Balter-Leistner u. Fraktionsvorsitzender H. Hafer

MiL NRW Frank Sundermann, Bgm Dr. Marc Schrameyer. OV-Vorsitzende M-L Balter-Leistner u. Fraktionsvorsitzender H. Hafer

Der Landtagsabgeordnete Frau Sundermann fand eindringliche Worte zum steigenden Rechtspopulismus in Deutschland. „Wir Demokraten, egal welcher Politikcouleur, stehen auf der richtigen Koordinatenseite, das müssen wir uns immer wieder klar machen, die rechten stehen auf der falschen!“, so Sundermann. Das ständige mit-dem-Finger-Aufeinander-Zeigen bringe überhaupt nichts, nütze ausschließlich der AfD. „Vergessen wir nicht, dass auch Willi Brandt ein Flüchtling war, die SPD hat das Flüchtlingsthema in ihrer DNA und wird es lösen.“

MdB Ingrid Arndt-Brauer, Bgm Dr. Marc Schrameyer. OV-Vorsitzende M-L Balter-Leistner u. Fraktionsvorsitzender H. Hafer

MdB Ingrid Arndt-Brauer, Bgm Dr. Marc Schrameyer. OV-Vorsitzende M-L Balter-Leistner u. Fraktionsvorsitzender H. Hafer

Auch Ingrid Arndt-Brauer fand viele nachdenkliche Worte. Selten waren die Anwesenden bei einem Aschermittwochsgespräch der SPD in Ibbenbüren so leise! „Geben Sie uns ein wenig mehr Zeit!“, bat sie das Publikum. „Wir haben auch in anderen Bereichen bislang gute Politik gemacht. Und geben Sie uns gerne Ratschläge.“ Ganz im Sinne von Franz Müntefering wünschte sie allen Anwesenden Gesundheit und Glück. Die auf der Titanic waren alle gesund, aber hatten kein Glück. Man braucht also immer beides.