Für eine offene und herzliche Willkommenskultur

Gemeinsame Presseerklärung der Ibbenbürener Bürgermeisterkandidaten Dr. Marc Schrameyer, Christian Moll und Ernst Goldbeck.

Täglich versuchen tausende Verzweifelte, dem Krieg in ihrer Heimat irgendwie zu entkommen, um ein besseres oder überhaupt ein Leben für sich und ihre Familien zu finden. Sie begeben sich dafür oftmals in Lebensgefahr. Viele kamen bei diesem Versuch bereits um. Umso wichtiger ist es, den Menschen, die es bis nach Ibbenbüren geschafft haben, zu helfen.

Wir begrüßen ausdrücklich die Flüchtlinge, die bereits in unserer Stadt leben und die in den letzten Tagen nach Ibbenbüren gekommen sind und heißen sie ganz herzlichen willkommen. Wir werden alles tun, was nötig und möglich ist, um ihnen einen guten Neuanfang in unserer Stadt zu ermöglichen. Wir unterstützen mit ganzer Kraft die Arbeit der offiziellen und ehrenamtlichen Kräfte, die unermüdlich für eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung Sorge tragen. Diesen Kräften gilt unser ausdrücklicher Dank.

Auf das Schärfste verurteilen wir die ausländerfeindliche Hetze, die im Internet zu lesen war, aber auch auf der Straße zu hören ist. Die Menschen die zu uns kommen haben Schlimmes erlebt. Sie in unserer Mitte herzlich aufzunehmen, ist ein Gebot des menschlichen Umgangs miteinander.

Dr. Marc Schrameyer SPD

Christian Moll CDU

Ernst Goldbeck DIE LINKE

315.964 € für Ibbenbüren

Mehr Hilfen für Kommunen : Bund und Land NRW stehen zu Ihrer Verantwortung für Flüchtlinge

Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen ist eine nationale Aufgabe. Die steigenden Asylbewerberzahlen aufgrund internationaler Konflikte sind auch für die Kommunen im Kreis Steinfurt eine große integrations- und finanzpolitische Herausforderung.

Der Bund wird seine finanzielle Unterstützung für die Aufnahme von Flüchtlingen im Jahr 2015 auf eine Milliarde Euro erhöhen – also verdoppeln. Für das Land NRW bedeutet diese Aufstockung einen zusätzlichen Betrag von 108 Mio. Euro für das laufende Jahr. Ab 2016 wird sich der Bund dauerhaft an den Kosten der Länder und Kommunen beteiligen. Damit greift er eine zentrale Forderung der Kommunen auf“, freuen sich die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer und ihr Landtagskollege Frank Sundermann, SPD.

Meldungen aus CDU-Kreisen, die den Eindruck erwecken, wonach das Land NRW die für die Kommunen bestimmten Gelder nicht zu 100% direkt weiterleiten würde, sind schlichtweg falsch. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im NRW-Landtag, Norbert Römer, hat versichert, dass das Land die volle Summe der Bundesmittel weiter gibt, obwohl die Hälfte davon – also 54 Millionen Euro – aus Landesmitteln an den Bund zurückgezahlt werden muss. „Bund und Land NRW waren immer ein starker Partner der Kommunen bei der Bewältigung der finanziellen Lasten und werden dies auch in Zukunft sein“, betonen die beiden SPD-Politiker. Die zusätzlichen Bundesmittel im Kreisgebiet in Höhe von 2,87 Mio. € verteilen sich wie folgt auf die Kommunen:

Altenberge: 76.150 €

Emsdetten: 220.634 €

Greven: 241.454 €

Hörstel: 142.992 €

Hopsten: 57.944 €

Horstmar: 48.892 €

Ibbenbüren: 315.964 €

Ladbergen: 49.470 €

Laer: 47.576 €

Lengerich: 151.512 €

Lienen: 65.388 €

Lotte: 89.806 €

Metelen: 48.490 €

Mettingen: 77.876 €

Neuenkirchen: 91.012 €

Nordwalde: 68.460 €

Ochtrup: 140.006 €

Recke: 79.714 €

Rheine: 455.984 €

Saerbeck: 54.194 €

Steinfurt: 220.316 €

Tecklenburg: 67.554 €

Westerkappeln: 83.872 €

Wettringen: 60.724 €

Integrationsarbeit in der Praxis

DSC_0190Dr. Schrameyer beim Bildungswerk

Das Bildungswerk hält, was es verspricht. Davon konnten sich der der SPD-Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Schrameyer und die stellv. Bügermeisterin Angelika Wedderhoff direkt vor Ort überzeugen. Präsentiert wurde der SPD-Delegation die Vielfalt des Vereins von den Vorständen Gernold Mudrack und Wilhelm d‘Laclaverie als auch von der Geschäftsführerin Anja Greskamp. Die Leiterin freute sich darüber, dass sie den Anwesenden das mannigfaltige Angebot vorstellen konnte.

Dabei betont Greskamp, dass sich das Thema Integration wie ein roter Faden durch die Arbeit der Institution ziehe. Im Rahmen der Integrationskurse werden etwa Kenntnisse der deutschen Sprache vermittelt. Doch diese Lehrgänge beschränken sich nicht nur auf den reinen Spracherwerb. Sondern auch Politik, Kultur, Recht und Geschichte gehören ganz selbstverständlich zum Curriculum mit dazu. Ebenso hängt der nächste Bereich mit der Sprachthematik zusammen. Bei den Alphabetisierungskursen geht es schwerpunktmäßig nämlich darum, das Sprachniveau B1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens zu erreichen. In diesem Zusammenhang werden ebenfalls Sprachprüfungen für Deutsch als Zweitsprache angeboten.

Weiterhin hat sich das Bildungswerk die Förderung von ausländischen Frauen auf die Fahnen geschrieben. Themen wie Alltagsbewältigung, Gesundheit, Bildungssysteme und „Rund ums Kind“ stehen dabei im Vordergrund. Mit dem Projekt „Ibbenbürener Integrationslotsen“ – ehrenamtlich für eine gemeinsame Zukunft unterstützt das Bildungswerk Zuwanderer bei ihrer sprachlichen, schulischen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration. Da Integration schon bekanntlich im Kinderzimmer beginnt, gibt es auch eine entsprechende Betreuungseinrichtung für die Sprösslinge. Während die Eltern sich weiter qualifizieren, können sie ihre Kleinsten sorglos „im Spielzimmer“ behüten lassen. Außerdem ist bei den „Krümmelmäusen“ für die U3-Betreuung gesorgt. Dabei passt sich die Kindertageseinrichtung den Bedürfnissen von Vater und Mutter flexibel an.

Die große Bandbreite sorgt bei den Sozialdemokraten für Begeisterung. Schrameyer lobt das „vielfältige und wichtige“ Angebot, dass das Bildungswerk der Stadt Ibbenbüren bietet, welches auch in Zukunft angesichts der aktuellen Entwicklung mehr denn je benötigt wird.

Dr. Marc Schrameyer bei Ditib-Gemeinde

Expansion steht auf der Agenda

DSC_1253SPD-Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Schrameyer, der SPD-Fraktionschef Hermann Hafer und die 1. stellv. Bürgermeisterin Angelika Wedderhoff wurden am vergangenen Freitag von den Vertretern der Ditib-Gemeinde in den neuen Räumlichkeiten an der Wilhelmstraße von Adem Obuz, Sevgi Atabax, Ahmet Atabax, Mehmet Erdogan, Hamza Dal und Selcuz Özdemir begrüßt.
Stolz zeigten die Vertreter der Gemeinde nach einem gemeinsamen Frühstück die neuen Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße. Man sei froh, nun so viel Platz zu haben. Dies sei allerdings nicht immer so gewesen, erinnert sich der 1. Vorsitzende Adem Obuz. Am früheren Standort an der Ledder Str. habe es etwa nicht ausreichend Parkplätze gegeben, erzählt die 2. Vorsitzende Sevgi Atabax. Der Vorstand zeigte das gesamte neu erworbene Areal und erläuterte die Neubauplanungen. Das Gelände eigne sich optimal dafür, zeigen sich die Vertreter erfreut.
DSC_1262Auch wenn Sevgi Atabax mit ihren Damen die Leckereien für das Frühstück zubereitet haben, lässt sie sich nicht auf die alleinige Rolle als Hausfrau und Mutter reduzieren. „Wir können viel mehr als das“, bemerkt die gläubige Muslima mit einem Augenzwinkern, „denn auch wir streben natürlich die vollständige Gleichberechtigung beider Geschlechter an.“ Zwar gebe es noch einige Baustellen, an denen noch „gewerkelt“ werden müsse. Gleichwohl ist die 2. Vorsitzende guten Mutes, dass auch weiterhin „der richtige Weg“ eingeschlagen werde.
Doch in den Gesprächen geht es nicht nur um die Selbstbestimmung der Frau. Bei Tee und Brot wird Selcuz Özdemir ganz emotional und berichtet von seiner eigenen Migrationsgeschichte. Dabei geht er auch auf die Historie der ehemaligen Gastarbeiter aus Südosteuropa ein. Als Özdemir derartig in seinen familiären Erinnerungen schwelgt, regt Dr. Schrameyer an, vielleicht gemeinsam mit dem Stadtmuseum die in Zukunft auch einmal die Geschichte der „Gastarbeiter“ in Ibbenbüren aufzuarbeiten. Dieser Vorschlag findet direkt Anklang, denn auch Ibbenbüren kann auf eine entsprechende traditionsreiche Vergangenheit zurückblicken.
An die „fruchtbare Kooperation“ mit dem amtierenden Bürgermeister Heinz Steingröver möchte Dr. Schrameyer ab diesem Herbst gerne anknüpfen: „Es muss genug Raum geboten werden, um den örtlichen Glaubensgemeinschaften die Möglichkeit zu geben, ihre Religionen ausüben zu können.“

Kommunales Integrationszentrum gefordert

DSC_1247

Migration, Integration, Zuwanderung, wie man es auch nennen mag. Das Thema scheint zumindest allgegenwärtig zu sein. Vor allem beschäftigen sich die Kommunen damit. Doch wie schafft man es eigentlich, Menschen, die zu uns kommen, unter die Arme zu greifen? Das Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche e.V. zeigt es in beeindruckender Weise seit über 30 Jahren.

Über dieses Erfolgsmodell wollten sich der SPD-Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Schrameyer, die 1 stellv. Bürgermeisterin Angelika Wedderhoff und die stellv. Fraktionsvorsitzende Marie-Luise Balter-Leistner vor Ort genauer informieren. Ralph Jenders, Anne Lahrmann, Julian Baar, Selcuk Özdemir und Heike Schürkamp-Korte nutzten die Gunst der Stunde und stellten ihre Arbeitsbereiche vor.

Ob „merhaba“, „privet“, „tung“ oder „cześć“ – im Kindergarten Pusteblume gibt es viele Möglichkeiten „hallo“ zu sagen. Und das kann wohl nicht nur der Nachwuchs selbst bestätigen. Denn über zwei Drittel der Sprösslinge verfügen über einen sog. Migrationshintergrund. Für Leiter Julian Baar sei das alles andere als ein Problem. Er sieht es vielmehr als „Bereicherung“ an. Mit seinem bunt gemixten Team seien viele verschiedene Herausforderungen gut zu bewältigen. Sprache spiele hierbei eine entscheidende Rolle.

Auch für Selcuk Özdemir ist das der „Schlüssel zum Erfolg“. Deshalb lobt er vor allen Dingen die für die Flüchtlinge kostenlosen Sprachkurse im Begegnungszentrum. Schule, Ausbildung und  Arbeit sind seinen Angaben zufolge das „Herzstück einer erfolgreichen Integration“. Dr. Schrameyer stellte heraus: „Wir sind heute de facto ein Einwanderungsland und wir brauchen und wollen diese Zuwanderung – auch wegen des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels. Wir müssen die Menschen, die zu uns kommen, integrieren. Und das wichtigste Instrument der Integration ist noch immer das Erlernen der Sprache. Entsprechend fördert Ibbenbüren seit vielen Jahren die nötigen Sprachkurse.“

Um die Arbeit noch weiter optimieren zu können, fordert der Geschäftsführer Ralph Jenders klar und deutlich die Errichtung eines kommunalen Integrationszentrums. In diesem Zusammenhang hob er die diesbezüglichen Bemühungen der SPD-Kreistagsfraktion besonders hervor. Diese 5,5 Stellen seien ihm zufolge dringend erforderlich. Darüber hinaus werden über diese Einrichtung auch weitere Mittel vom Land NRW verteilt, die ohne kommunales Integrationszentrum den Weg nicht in den Kreis Steinfurt – und somit auch letztendlich nicht in die Kommunen – finden würden, so Jenders.

Die Fabi gehört zu Ibbenbüren

DSC_0654Dr. Marc Schrameyer und die SPD-Fraktion bei Familienbildungsstätte

Die Familienbildungsstätte gehört zu Ibbenbüren. Sie ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Stadt. Und seit fast dreißig Jahren wird sie von Wolfgang Flohre geleitet, der in wenigen Wochen den wohlverdienten (Un-)Ruhestand antritt. Grund genug für SPD-Bürgermeisterkandidat, Dr. Marc Schrameyer, SPD-Fraktionschef, Hermann Hafer, und die stellv. Bürgermeisterin, Angelika Wedderhoff, der Fabi, dem Leitungsteam und Wolfgang Flohre im Besonderen einen Besuch abzustatten um sich über die aktuelle Situation aber auch die Perspektiven der Fabi zu informieren.

Wolfgang Flohre und Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Schrameyer kennen sich bereits seit vielen Jahren aufgrund gemeinsamer Projekte sehr gut. So sind beide etwa ehrenamtlich im Beirat der Watt fair Solarenergie Ibbenbüren GmbH & Co. KG tätig. Entsprechend freundschaftlich fiel bereits die Begrüßung aus.

Flohre berichtete, dass in der Fabi zwischen 12.000-13.000 Unterrichtsstunden pro Jahr mit ca. 200 Referenten und Mitarbeitern gegeben würden. Dabei sei man nicht mehr nur im klassischen Bildungsbereich Kind und Familie tätig, sondern leiste etwa für den SKF auch die gesamte Ausbildung der Tagesmütter. Dr. Schrameyer zollte seine Anerkennung für diese bemerkenswerten Leistungen. Der Leiter ging noch auf die Finanzierung ein und stellte fest, dass diese drei geteilt sei. Der Staat, das Bistum und die Kursbeiträge kämen für die Kosten der Schulungen auf. Aber auch die Kommune unterstütze die Einrichtung.

Flohre erwähnte auch lobend das „Café Klatsch“, einen offenen, unverbindlichen Treff für alle Altersgruppen sowie das „Café Känga“, das sich als Treff für junge Mütter mit Kindern etabliert habe. Beide Einrichtungen würden sehr gut angenommen und seien zu einem „Herzstück des Mehrgenerationenhauses“ geworden. „Jeder Cent, der in diese Einrichtung investiert wird, ist gut angelegtes Geld“, so Dr. Schrameyer im Gespräch. Gerade das über die offenen Treffs in sehr wirkungsvoller Art und Weise „Hilfe zur Selbsthilfe“ geboten würde, begrüßte er ausdrücklich.

Coße im Begegnungszentrum

DSC_0779 Bei einem Besuch des Begegnungszentrums für Ausländer und Deutsche in Ibbenbüren sammelte Jürgen Coße in einem gut zweistündigen Gespräch viele Eindrücke über die Arbeit in der sozialen Einrichtung. Ralph Jenders, Geschäftsführer des Trägervereins, informierte den Bundestagskandidaten über das breit gefächerte Repertoire an Angeboten für die Menschen, die das Begegnungszentrum aufsuchen.. Unter das Angebotsspektrum fallen die Führung von zwei Kindergärten, Vermittlungen in den Arbeitsmarkt, außerbetriebliche Aus- und Weiterbildungen und vieles mehr. In dem Gespräch waren sich Jürgen Coße und die Mitwirkenden des Begegnungszentrums in nahezu allen Punkten einig: An der Anerkennung von ausländischen Bildungsnachweisen muss politisch noch hart gearbeitet werden, Finanzierungen von Integrationsprojekte müssen nachhaltig gesichert sein und mehr Migranten müssen in den Polizeivollzugsdienst, so der Konsens.Bei einem Besuch des Begegnungszentrums für Ausländer und Deutsche in Ibbenbüren sammelte Jürgen Coße in einem gut zweistündigen Gespräch viele Eindrücke über die Arbeit in der sozialen Einrichtung. Ralph Jenders, Geschäftsführer des Trägervereins, informierte den Bundestagskandidaten über das breit gefächerte Repertoire an Angeboten für die Menschen, die das Begegnungszentrum aufsuchen.. Unter das Angebotsspektrum fallen die Führung von zwei Kindergärten, Vermittlungen in den Arbeitsmarkt, außerbetriebliche Aus- und Weiterbildungen und vieles mehr. In dem Gespräch waren sich Jürgen Coße und die Mitwirkenden des Begegnungszentrums in nahezu allen Punkten einig: An der Anerkennung von ausländischen Bildungsnachweisen muss politisch noch hart gearbeitet werden, Finanzierungen von Integrationsprojekte müssen nachhaltig gesichert sein und mehr Migranten müssen in den Polizeivollzugsdienst, so der Konsens. –

Auf dem Weg in ein inklusives NRW

Josef Neumann erläutert das Konzept der NRW-Landtagsfraktion zur Inklusion.

Gut 80 Gäste durften der SPD-Ortsverein Ibbenbüren, der hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Frank Sundermann und sein Fraktionskollege Josef Neumann, der Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag von NRW für die Belange der Menschen mit Behinderungen am vergangenen Montag im Laggenbecker Dorfgemeinschaftshaus begrüßen. Eingeladen hatten Sie, um aktuelle Informationen zum Thema Inklusion zu geben und vor allem auch Anregungen und Meinungen aus der Diskussion für die anstehenden Gesetzesberatungen mitzunehmen.

„Es geht nicht nur ums neue Schulrecht. Inklusion soll im ganzen Land Wirklichkeit werden. NRW hat sich auf den Weg gemacht, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Das ist eine Querschnittsaufgabe, die viele weitere Politikbereiche betrifft – unter anderen zum Beispiel das Behindertengleichstellungsgesetz, Wahlgesetze, die Landesbauordnung, das Wohn- und Teilhabegesetz, das Landespflegegesetz und das Kinderbildungsgesetz,“ erläuterte Neumann in seinem gut einstündigen Vortrag.

„Ein inklusives Bildungssystem bedeutet, dass nicht die Kinder an das Schulsystem angepasst werden, sondern das Schulsystem an die Kinder,“ brachte es Neumann für die anstehenden Beratungen des Schulrechtsänderungsgesetzes auf den Punkt.

Der Antrag der SPD-Fraktion „Auf dem Weg in ein inklusives NRW“ (LT-Drs. 15/2361) fordert die Landesregierung auf, quer durch alle gesellschaftlichen Handlungsbereiche ressortübergreifend einen Aktionsplan für Inklusion zu schaffen und umzusetzen, der alle Strukturen von der Kita bis zur Arbeitswelt, für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen öffnet und eine Strategie für einen barrierefreien Alltag beinhaltet. Der bisherige Ansatz der Integration, so Neumann, sei zwar wohlmeinend gewesen, habe aber keine Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen verhindert.  Der Paradigmenwechsel zur Inklusionsperspektive fordere jetzt vielmehr, so Neumann, von den gesellschaftlichen Institutionen Anpassungsleistungen, die die Einbeziehung der Menschen mit Behinderungen systematisch berücksichtigen und praktisch ermöglichen. „Wir wollen, dass der Mensch mit Behinderung mitten in der Gesellschaft steht“, so der Abgeordnete.

Neumann: „Wir in NRW nehmen die Verantwortung wahr, die sich aus der UN-Behindertenkonvention ergibt! Der Antrag enthält die wesentlichen Schritte und Ziele einer inklusionsorientierten Gleichstellungstellungspolitik für Menschen mit Behinderungen. Es geht um den selbstverständlichen Einbezug der Betroffenen als „Experten in eigener Sache“ von Anfang an.  Überall müssen Bedingungen geschaffen werden, damit Menschen mit Behinderungen teilhaben können. Dies ist eine große Aufgabe, der wir uns nun mit aller Entschiedenheit stellen.“

Die Inklusion eröffne große Chancen, stelle aber auch die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Die SPD-Landtagsfraktion brauche den Rat der Betroffenen und der Fachleute, damit sie im Landtag eine Entwicklung auf den Weg bringen kann, welche die Inklusion im Interesse der Menschen voranbringe. Mit der landesweiten „Fraktion vor Ort“-Veranstaltungsreihe zum Thema „Auf dem Weg in ein inklusives NRW“ bleibe die SPD-Fraktion auch bei diesem Thema ihrem Ansatz treu, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Inklusion gehe nur gemeinsam, so Frank Sundermann in der anschließenden sehr rege geführten Diskussion.