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100 Jahre Frauenwahlrecht 

Das 100. Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts haben wir als AsF Ibbenbüren als Anlass genommen, Ende 2018 einige Veranstaltungen zu organisieren. Darüber hinaus konnten wir die Fachschaft Geschichte am Kepler-Gymnasium gewinnen, sich in ihren Zusatzkursen Geschichte in der Q2 ebenfalls intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Die Schülerinnen und Schüler haben einiges erarbeitet und wir wollen die Ergebnisse sehr gerne auf unserer Seite weiterverbreiten.
In regelmäßiger Folge werden wir daher interessante Hintergrundinformationen, Daten und Fakten und vieles mehr zu 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland online stellen. Schaut regelmäßig rein und lest selbst. Die Geschichte ist mehr als spannend....

100 Jahre Frauenwahlrecht - ein geschichtlicher Abriss

Der 19. Januar 1919 ging damals in die Geschichte ein. Es war der erste Tag, an dem auch Frauen zur Wahl gehen und selber kandidieren durften. Über 80% der wahlberechtigten Frauen nutzten damals ihre Chance und gaben ihre Stimme ab. Von den insgesamt 423 Sitzen aller Abgeordneten im Frankfurter Parlament wurden 37 an Frauen vergeben – ein guter Start.

Die historische Grundlage des Frauenwahlrechts lässt sich in der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts finden. Seitdem erfolgte ein jahrhundertelanger Kampf um die Gleichstellung mit dem Mann. In kleinen Gruppen und Vereinen fing die Frauenwelt an, sich für ihre Rechte stark zu machen. Dem wurde zunächst entgegengewirkt durch Verbote und Einschränkungen der öffentlichen Partizipation der Frau. Sie durfte weder in Vereinen aufgenommen werden noch an Versammlungen teilnehmen, womit ihr praktisch jegliche politische Betätigung untersagt war. Durch Persönlichkeiten wie Hedwig Dohm oder Minna Cauer gelangte das Frauenwahlrecht später in Wahlprogramme von Parteien und gewann somit an Zustimmung, sodass auch die Einschränkungen der Frau aufgehoben wurden.

Ende September 1917 setzten sich immer mehr Bürgerinnen für das Frauenwahlrecht ein und sie forderten beim preußischen Landtag ein allgemeines, gleiches und direktes Wahlrecht. Diese Forderung wurde am 17. Dezember durch eine Kundgebung mit über 1000 Frauen unterstützt.

Der stetig anwachsende Druck der Frauen und die politische Lage in Deutschland im Jahr 1918 führte dazu, dass eine Wahlrechtsreform ausgerufen wurde, die den Frauen das aktive und passive Wahlrecht zusprach.
Am Anfang des nächsten Jahres durften Frauen bei der verfassungsgebenden Nationalversammlung das erste Mal wählen oder sich zur Wahl stellen.

Am 19. Februar hielt dann die Sozialdemokratin Marie Juchaz als erste Frau eine Rede auf der Nationalversammlung, die mit den folgenden Worten anfing:
„Meine Herren und Damen! Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Frau als freie und gleiche im Parlament zum Volke sprechen kann [...]. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“1

Am Anfang waren es noch einzelne Frauen, die sich unermüdlich für ein Frauenwahlrecht einsetzten. Im Laufe der Zeit wurde ihre Anzahl größer und sie versammelten sich in Vereinen und Vereinigungen. Letztendlich wurde der Kampf der Frauen dann im Jahr 1918 durch eine Wahlreform beendet, denn das erste Mal durften Frauen wählen gehen. 100 Jahre später feiern wir das Frauenwahlrecht, was für uns heutzutage eine Selbstverständlichkeit ist. Nach der Reform von 1918 durften Frauen im Jahr 1919 wählen gehen.

Ein Bericht der Kepler-Geschichtsschüler Nico Heidemann, Lea-Marie Krieger, Dennis Mantler und Andrej Tippel
Quelle: https://www.100-jahre-frauenwahlrecht.de/jubilaeum/100-jahre-frauenwahlrecht-geschichte.html (Am 08.01.2019)