Glaubwürdigkeit verloren

Marie-Luise Balter-LeistnerZur Diskussion über die Berechtigung zum Führen des Doktortitels durch den CDU-MdB Dieter Jasper erklärt die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Marie-Luise Balter-Leistner:

Ein Doktortitel verleiht Autorität, wer ihn führt hat in der Regel ein anspruchsvolles Examen abgelegt. Wie man liest, hat der Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper  keinen gültigen Doktortitel.

Wenn man die Suchmaschinen im Internet bemüht, findet sich neben vielen anderen, teils sehr alten Presseberichten aus den Jahren seit 2006 ein durchaus bemerkenswerter Eintrag bei Wikipedia, der wie folgt lautet:

Die „Freie Universität Teufen“ ist eine 1985 in der Schweiz gegründete privatwirtschaftliche Einrichtung, die sich zu den Fernstudieneinrichtungen zählt. Es handelt sich hierbei um eine Titelmühle, die gemäß Schweizer Universitätsförderungsgesetz (UFG) Art. 2 und 12 keine "Anerkannte Schweizer Hochschule" ist, kein Promotionsrecht besitzt und keine Diplome oder Bachelor-/Master-/Doktorgrade vergeben darf. Es werden Grade vom Diplom über den Master bis hin zur Professur angeboten, die nach geltender deutscher Rechtsprechung nicht in Deutschland geführt werden dürfen.

Es hätte also weder eines Anwaltes bedurft noch hätte man bis zum Jahre 2010 warten müssen, um zu erkennen, dass der Titel nicht geführt werden darf.

Der Umstand, dass Herr Jasper die Öffentlichkeit über die Berechtigung zum Führen eines solchen Titels getäuscht hat und damit im Wahlkampf auch noch Werbung gemacht hat, wirft zwangsläufig die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Herr Jasper auf.

Wer wird den Angaben und Behauptungen von Herrn Jasper in Zukunft noch Glauben schenken? Können unsere Interessen in Berlin noch wirksam vertreten werden, wenn es gerade in den nächsten Jahren darauf ankommt, dass wir als Kohleregion entsprechend Gehör finden?  Kann man mit einem derartigen Makel noch Politik gestalten?

Wir benötigen einen glaubwürdigen Fürsprecher für unsere Region. Daher können wir Herrn Jasper nur auffordern sein Mandat niederzulegen.

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