Besuch beim „Retourenretter“ in Laggenbeck

SPD Fraktion und Bürgermeister besichtigen Fashion Logistics

Sichtlich beeindruckt waren wir sowie unser Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer nach unserer Tour durch das Dienstleistungsunternehmen Fashion Logistics, das seinen Hauptstammsitz im Gewerbegebiet „Auf der Lau“ in Laggenbeck hat.

„Wir gehen mit Ihnen einmal den Weg ab, den auch jeder Karton/jede Ware durch unser Unternehmen macht.“, versprachen Linda Stalljohann, Mitglied der Geschäftsleitung von Fashion Logistics, und Sabine Habeck, Assistentin der Geschäftsführung/Marketing/Einkauf, als sie uns am Firmeneingang begrüßten. 
Und was wir zu sehen bekamen, war beeindruckend! Ca. 90 Mitarbeiter*innen sind am Hauptsitz in Laggenbeck beschäftigt, ca. 60 weitere kommen an den zwei Standorten in Osnabrück hinzu. Gegründet wurde das Unternehmen in den späten 80er Jahren von Bernd Stalljohann als Experte für Textilaufbereitung. Seit einigen Jahren unterstützt Tochter Linda die Geschäftsleitung in zweiter Generation. Weitere Familienmitglieder sind ebenfalls im Unternehmen tätig. „Wir sind ein Familienunternehmen und so verstehen wir uns auch.“, unterstreicht Linda Stalljohann die Geschäftsphilosophie. „Das gilt auch für unsere Mitarbeiter*innen sowie für unsere Kunden, für die wir stets das passende Ohr haben.“ Auf unsere Nachfrage hin teilte Stalljohann mit, dass sie alle erdenklichen Arbeitszeitmodelle anbieten würden. Ob Vollzeit, Teilzeit oder Minijob, alles wird ermöglicht, nur mehr als 4 Stunden muss es am Tag sein. Die meisten Mitarbeiter*innen sind Frauen, lediglich 2 % sind Männer. Auszubildende gibt es auch. Studentische Aushilfen kommen in den Peak-Saisonzeiten dazu. Gearbeitet wir im Einschichtbetrieb von 7.30 bis 16.30 Uhr. Bezahlt werden sogenannte Anwesenheitsprämien sowie Lohn-/Leistungsprämien am Ende des Geschäftsjahres, mit dem der Unternehmenserfolg prozentual ans Team ausgeschüttet wird.

Das Dienstleistungsangebot von Fashion Logistics ist auf den Onlinehandel ausgerichtet. Das Laggenbecker Unternehmens deckt dabei den Bereich der Aufbereitung ab, vor allem von Textilien und Schuhen. Außerdem übernimmt es für einige Hersteller bzw. Online-Portale die Retourenabwicklung. Für einige Kunden übernimmt das Unternehmen sogar die gesamte Onlineshop-Logistik inkl. der Lagerhaltung. 
Kerngeschäft ist seit jeher die professionelle Aufbereitung der Waren. Ca. 39 Mio. Bekleidungsstücke werden in Laggenbeck pro Jahr aufbereitet. Hinzu kommen ca. 1,5 Mio. Schuhe. Unter „Aufbereitung“ versteht man dabei die Beseitigung von Produktionsfehlern, das Reinigen der Artikel, Das In-Form-Bringen nach langer Seereise und vieles mehr. Dazu stehen hochprofessionelle Maschinen zur Verfügung sowie Handbügelplätze, Dampfpuppen, Hosentopper etc. Es gibt eine Näherei in Vollausstattung sowie eine Schusterei. Trotz der maschinellen Unterstützung bedeutet jede Aufbereitung feinste Handarbeit und verlangt hohe Fachexpertise von allen Mitarbeiter*innen. Ziel der Aufbereitung sei es, dass aus B-Ware wieder A-Artikel werden, die zurück in den Verkauf fließen können.
Laut Unternehmensangeben können dank dieser professionellen Aufbereitung nahezu 98 % der Waren wieder in den Produktkreislauf zurückfließen. Nur 2 % werden als sogenannte D-Ware endgültig entsorgt. B-Ware kann reduziert wiederverkauft werden. C-Ware wird recycelt. Dabei kostet die Hersteller eine solche Aufbereitung zwischen 0,50 und 1,50 Euro pro Artikel. Das lohnt sich bei vielen Produkten und entspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken. In einem ZDF-Beitrag wurde Fashion Logistics zurecht als „Retourenretter“ bezeichnet. 
Trotzdem landet immer noch viel zu viel im Müll. Die Experten aus Laggenbeck sind sich sicher, dass der zunehmende Onlinehandel dafür gesorgt hat, dass auch die Retourenmenge weiter zunimmt. Grund dafür sei die häufig kostenlose Rücksendemöglichkeit, die einige Verbraucher ausnutzen. Sie bestellen entweder von Anfang zu viele Artikel quasi auf Auswahl und schicken alle Produkte bis auf eins zurück. Andere haben überhaupt keine Hemmschwelle und schicken sogar verdreckte, benutzte oder kaputte Waren zurück. „Wir erleben hier täglich die verrücktesten Dinge“, so Sabine Habeck und zeigte den Besuchern einige sehr anschauliche Beispiele, in welchem Zustand Retouren ankommen können.

Unser Bürgermeister betonte bei der Verabschiedung, dass Fashion Logistics eins der typischen Ibbenbürener Unternehmen sei: ein Familienunternehmen, sehr erfolgsorientiert, mit beeindruckender Geschäftsnische. Das Unternehmen sei attraktiver Arbeitgeber und lebt Nachhaltigkeit in perfekter Form vor. Der Bundestag hat in 2022 die sogenannte Obhutspflicht erlassen, die dafür sorgen soll, dass beim „Vertrieb der Erzeugnisse dafür zu sorgen ist, dass deren Gebrauchstauglichkeit erhalten bleibt und diese nicht zu Abfall werden“. Fashion Logistics zeigt, wie diese Obhutspflicht in der praktischen Umsetzung aussehen kann. Damit nimmt es ein Alleinstellungsmerkmal ein, auf das das Unternehmen zu Recht stolz ist.
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